Aktuelles

23.10.2016

Schluppühl' Franz Miebach erhält die Montanus-Plakette des Gläbbischer Brauchtumsverein

07.02.2016

1. Platz für unseren Mottowagen in Gläbbisch!

15.02.2015

1. Platz für unseren diesjährigen Mottowagen in Gladbach

02.03.2014
1. Platz für unseren diesjährigen Mottowagen in Gladbach!

24.02.2014
Startnummer 71 beim Gläbbischer Zoch

10.02.2013

1. Platz für unseren Mottowagen beim Gläbbischer Zoch!!

06.02.2013

Startnummer 92 im Gläbbischer Zoch!

19.02.2012

2. Platz für unseren Mottowagen beim Gläbbischen Zoch!

13.02.2012

De Schluppühle mit Startnummer 86 am 19.02.2012 in Gläbbisch. Wir freuen uns auf Euch!!

2014

03.03.2014

König Fußball im Wunderland

Herkerod. Jetzt wissen wir wenigstens alle, wie Bürgermeister Lutz Urbach mal als kleines Mädchen ausgesehen hat – Klein-„Lutzi“, die (der?) bereits am Sonntag beim Zoch durch die Innenstadt ein echter Hingucker war, durfte auch beim Ruusemondachszoch über Straßen und Ball nicht fehlen. Samt Grinsekatze, Weißem Kaninchen und massenweise Verrückten Hutmachern zog das Gala-Gefährt der „Schluppühle“ durchs Herkenrather Wunderland. Statt der Herz-Königin regierte hier – nee, nicht der Lutz, der hat ja frei bis Aschermittwoch – natürlich der Frohsinn und dann auch gleich Prinz Frank II. nebst seiner lieblichen Jungfrau Angelika und dem deftigen Buur Rainer, die sich feiern ließen: Schließlich ist das für das Böschjunge-Trifolium ein Heimspiel hier. Alles Fans am Straßenrand. Und vorneweg die Wibbelstetzjer im feschen Tanzschritt.

Ach und dann gibt es natürlich noch einen Dauerherrscher, der nicht daran denkt abzudanken, nicht mal für fünf Sekunden: Das ist König Fußball, den gleich zwei Gruppen im WM-Jahr zum Paten erkoren hatten: Bei der Fußball-Abteilung des TV Herkenrath ist das natürlich sowieso Pflicht. Die Fußtruppe rückte im Spinat-mit-Ei-Look der brasilianischen Nationalfahne an, ließ sich aber nicht auf Prognosen ein. Anders die Saufgemeinschaft Straßen, die sich in patriotischen Westen mit Bundesadler und deutschen Farben kräftig in Optimismus übten. Aber Brasilien schwimmt ja nicht nur in Sachen Fußball mit Deutschland auf Augenhöhe (oder drüber?), die haben da ja auch richtig tollen Karneval, dem die Saufgemeinschaft mit tollen Federmasken und Samba-Feeling Tribut zollte.

Die TV-Basketballabteilung blieb im Lande und freute sich raderdoll, dass der versprochen Freiplatz in Sicht ist. Den Basketball-Korb hatten sie im Schlepptau. Bälle waren allerdings Mangelware, denn die hatten sie zerschnitten und in Kopfbedeckungen verwandelt. Die „Strunde Päle un Pälche“ nahmen sich den Karneval als Massen-Flirtereignis vor und gewandeten sich in überdimensionale Lebkuchenherzen, die hinten mit „Alaaf“ grüßen und vorne den Träger in griffigen Formeln wie „Kesse Biene“, „Echte Blondine“ bewerben oder gleich zur Sache kommen: „Losse mer fiere“. Für die „Jecken Wiever“ in ihren knalligen Mänteln und feuerroten Hüten genau die richtige Ansage.

Der Kindergarten St. Antonius blickt auf 50-jähriges Bestehen zurück und flog daraufhin als Engelschwarm im Zoch mit. Die Eulen, in die sich die Gruppe „Us dä Lamäng“ verwandelte hatten, ließen sich hingegen auf der Sitzstange herumtragen. Klar, die Tierchen schlafen ja normalerweise um diese Zeit und machen dafür nachts die Wälder und Theken unsicher. Die „Lümmeler und Lümmelcher“ machten aus den Eulen ganze Eulenspiegel und zückten passend zur farbenfrohen Narrenaufmachung gleich noch die bunten Ostereier. Die Festwagen der Ruude Husare (verstärkt durch die Rosengarde aus Berlin), der Herkeroder Jecke, der KG Schwarz-Weiß-Gold und der Böschjunge rundeten den Narrenkorso ab.

2013

10.02.2013

Seilbahn ins jecke Strundetal

Bergisch Gladbach. Ob Straßenbahn, Feldbahn oder immer noch S-Bahn – an Bahnen hat Bergisch Gladbach verkehrstechnisch schon fast alles gehabt. Nur eine Seilbahn von Bergisch Gladbach nach Bensberg stand noch nicht auf dem Programm.

Doch diese Lücke könnte sich bald schließen. Zumindest, wenn die Ideen von einigen Teilnehmern des Gläbbischer Sonntagszuges in die Tat umgesetzt werden. Mehrere Narren empfahlen die Seilbahn zwischen Kreis– und Schlossstadt als umweltfreundliche Alternative. „Das ist doch ein wunderbare Möglichkeit, um den Stau der Bensberger Straße zu umgehen“, erklärte Daniel Neu von der Kajuja. Und so hatte die Kajuja unter dem Motto „Die Jecke vum Rothaus bes nom Schloss sind baff, denn nu fährt en Seilbahn erop un eraff“ auf ihrem Festwagen Gondeln installiert, die auf dünnen Fäden vom Gladbacher Rathaus bis zum Bensberger Schloss führten.
Bürgermeister Lutz Urbach als Gondoliere auf einem schwimmenden Parkhaus in der Strunde ist die Antwort der „Schluppühle“ auf die Parkplatznot in der Innenstadt. So heimsten sie den ersten Platz in der Mottowagen-Wertung ein.
Bürgermeister Lutz Urbach als Gondoliere auf einem schwimmenden Parkhaus in der Strunde ist die Antwort der „Schluppühle“ auf die Parkplatznot in der Innenstadt. So heimsten sie den ersten Platz in der Mottowagen-Wertung ein.

„Mit der Gondel erop und eraff“ ging es auch für die Hebborner Buure. Die sieben lebensgroßen Gondeln wurden von den Buure sogar eigenhändig geschoben. Auf die gute alte Eisenbahn griffen die „Torringer Igel“ zurück. Unter dem Motto „Jecke Träume werden wahr, zwei Züge, ein Motto wunderbar!“ präsentierten die jecken Igel zwei Dampfloks, die der Klapperstorch als Wunschkinder den stolzen Eltern bringt.

Eine Hommage an das erste gemeinsame Zugmotto von Gläbbisch und Bänsbersch „Op de Hüh un im Tal fiere mer zesamme Karneval“. „Super, dass es endlich geklappt hat“, bestätigte Igel-Chef Alfred de Martin die allgemeine Zustimmung. Neben den Bahnen auf Eisen und an Seilen präsentierten die „KG Schluppühle“ noch ein Verkehrsmittel ohne Balken. Um die Diskussion über das geplante Parkhaus im Forumpark karnevalistisch auf die Schippe zu nehmen, hatten die Schluppühle ein Parkhaus samt Gondel mitten in die Strunde gebaut. Die Parkhausgondel wurde dabei vom Bürgermeister als Gondoliere bedient. „Schließlich wird im Karneval die Meinung des Volkes präsentiert“, erklärte Schluppühle-Chef Franz Miebach.

Um den Gondelverkehr zu finanzieren, brachten die Narren als Onkels Dagobert verkleidet noch einen Geldsack für die chronisch klamme Stadtkasse mit. Närrische Fantasie mit Pfiff war also reichlich vorhanden bei den, laut Zugleiter Helmut Kraus, rund 2500 Teilnehmern, die in rund 40 Fußgruppen unter anderem als Glückspilze, Aliens oder Frösche an den rund 90.000 ausgelassenen Zuschauern vorbeimarschierten.

Den ersten Preis bei den Fußgruppen belegten schließlich die Juxtruffeln mit ihrer „herzlichen Umarmung“ von Bensberg und Gladbach gemeinsam mit den „Hebborner Buuren“ (vor der Kajuja auf Platz 2 und der „Verkummenen Jugend“ und den „Eric Singers“ auf dem dritten Platz). Den ersten Platz bei den Mottowagen heimsten „De Schluppühle“ vor Torringer Igel und Kajuja ein, bei den Jugendgruppen gewannen die Messdiener von St. Laurentius vor dem Schulkinderhaus der Gemeinschaftsgrundschule Hand und dem Jugend-Kulturzentrum Q1 der evangelischen Kirchengemeinde. Der strahlend blaue Himmel freute Helmut Kraus, der bereits 22 Jahre Zugleiter ist: „Die Karnevalskerze zeigt ihre Wirkung.“

2012

20.02.2012

WoBo blickte aus der Megatorte
Von Bernd Berg-Ischgl, 20.02.12, 12:54h, aktualisiert 20.02.12, 12:56h

BERGISCH GLADBACH "Und der Oscar geht an . . . Ginge es nach der KG Torringer Igel, dann hätten sich den närrischen Oscar auf jeden Fall Wolfgang Bosbach, Franz Heinrich Krey und Heidi Klum verdient.
"Das sind Personen, die sich um die Stadt verdient gemacht haben", erklärte Igel-Chef Alfred de Martin. Mit ihrem aktuellen Mottowagen unter dem Motto "Gläbbisch immer großes Kino" hatten die Igel den Promis beim diesjährigen Sonntagszug ein jeckes Denkmal gesetzt. Mit Gerd Rück alias "Ne Weltenbummler", Hans Hachenberg alias "Doof Noss" und Fritz Schopps alias "Et Rumpelstilzje" waren für die Torringer auch drei verdiente Karnevalisten preisverdächtig. Vorzeige- Gladbacher "Wobo" Bosbach stand auch im Mittelpunkt des Mottowagens von "De
Schluppühle". Hier lugte der Parade-Politiker als Sahnehäubchen aus einer dreistöckigen Megatorte hervor. Von dem süßen Naschwerk wollte sich Bundeskanzlerin "Angie" Merkel als Kaffeekanne ein großes Stück abschneiden.


Römer und Germanen
Bergisch Gladbach ist eben auch in der großen Politik heiß begehrt, wie die Schluppühle bilanzierten: "Ejal, ob fröher oder hück, jeder will e ganz kleen Stück vun Gläbbisch" lautete der Titel ihres Mottowagens. "Wir haben uns von ,Das Schöne und das Biest' inspirieren lassen", erklärte Hans Schneider. Nur dass in diesem Fall Wobo der "Schöne" war und die Angie das "Biest".
Mit ihrer mit Sahnehäubchen verzierten Megatorte waren die "Schluppühle" ganz nah dran am diesjährigen Zugmotto. Das lautete bekanntlich "Wie ald bei de Römer un Germane, es uns Stadt noch immer ierschte Sahne". Mancher Jeck hatte anfangs Angst, ob dieser Zungenbrecher die Gläbbischer Jecken zu einfallsreichen Motiven inspirieren würde. Die Sorge erwies sich als unbegründet. "Das Motto ist von den Zugteilnehmern prima umgesetzt worden", bestätigte Zugleiter Helmut Kraus. In der Tat gaben sich beim diesjährigen Gläbbischer Zoch die Römer, Germanen und diverse Sahnehäubchen praktisch das Narrenzepter in die Hand.
In Römisch-Rot kamen die jecken Gladiatoren der Gemeinschaftsgrundschule Hand daher. Aus Fahrradhelmen und roten Besenbürsten hatten sich die hurtigen Hander schicke Gladiatorenhelme gebastelt. Der Schwimmverein Bergisch Gladbach baute sich zum Römerkostüm gleich eine Sklavengaleere. Obwohl die Wasserratten ohne ihr vertrautes Element auskommen mussten, schafften sie den langen Marsch durch die Gläbbischer Innenstadt auch ohne Peitschenhiebe.
Manche Fußgruppe verknüpfte das Zugmotto mit deftiger Lokalkritik. Die "Heedkamper Mädche und Junge" sagten sich "Drieß op Römer und Germane, endlich neues Pflaster für unsere Stadt, dat is erste Sahne". Und auch die "Hebborner Buure" sahen zwar ihre Heimatstadt als "erste Sahne", aber manches eben auch als "Banane". Und was so faul in der Bergischen Bananenrepublik ist, war am Bagagewagen abzulesen: Kreisverkehr am Waatsack, Villa Zanders und wieder die Fußgängerzone. Die große Politik blieb aber sonst außen vor. Ein Wagen über Ex-Bundespräsident Christian Wulff wurde nicht gesichert.
Der "1. FKK Stadtteilverbindende Freundeskreis Karneval" beschränkte sich auf Sahniges. Vom süßen Schlagrahm machte die Fußgruppe aber umso mehr Gebrauch. So verteilte FKK-Mitglied Siggi Sahnesteif (Name von der Redaktion geändert) als "1. Bergisch Gladbacher Sahnebank" eifrig Waffeln mit Kirschsoße und Sahne an die jubelnden Narren. Und vom zwölfjährigen Finn gab es aus der beliebten Hausmarke "Gut & Günstig " luftig-leckere Windbeutel mit 65 Prozent Sahneanteil.
Das närrische Fußvolk zeigte sich dankbar über die unerwartete Stärkung. Denn die zahlreichen Besucher an den Straßenrändern mussten zeitweise durch wetterbedingte Kapriolen. Schnee- und Graupelschauern sorgten aber nur kurz für mangelnden Durchblick. Und glücklicherweise waren die meisten Jecken wettergerecht kostümiert in kuscheligem Bärenfell oder mollig-warmer Mönchskutte.
Das närrische Fußvolk feierte an vielen Stellen ihre eigene Party mit Bier aus dem Fass und Schnittchen vom Hausmacher. Als Nachtisch gab es von den rund 2500 Zugteilnehmern und den närrischen 111 Fußgruppen und Festwagen kiloweise Kamelle und Kaubonbons in den Fruchtsorten Erdbeere, Himbeere und Zitrone. Katzenzungen fanden ebenfalls ihre Liebhaber. Die waren, Tierschützer können beruhigt sein, natürlich aus Schokolade.

2011

07.02.11

Noch ist der Bürgermeister kopflos

Von Bernd F. Hoffmann, 07.02.11, 07:00h

 

In der Wagenbauhalle an der Ferdinandstraße werkeln die Mitglieder des Karnevalsvereins „De Schluppühle“ seit Wochen an ihrem neuen Mottowagen. Seit ihrer Gründung 1976 räumen die Wagenbauer regelmäßig erste Plätze ab.

 

GRONAU - „Hennes wo ist die Kordel?“, ruft jemand durch die riesige Wagenbauhalle.

Mit „Hennes“ ist Hans Schneider gemeint. Schneider ist der Mann, der in dem ganzen Durcheinander die Übersicht behält. Überall liegen meterweise Kabel, sämtliche Werkzeugkoffer sind geöffnet und unüberhörbar lärmen die Stich- und Kreissägen.

Doch das scheinbare Chaos hat Methode und war bisher immer sehr erfolgreich. Denn in der Wagenbauhalle an der Ferdinandstraße werkeln die Mitglieder des Karnevalsvereins „De Schluppühle“ schon seit Wochen an ihrem neuen Mottowagen.

Seit ihrer Gründung im Jahre 1976 räumen die Wagenbauer bei den Prämierungen regelmäßig erste Plätze ab. Im letzten Jahr gelang der Sieg mit einer Persiflage auf den Trickfilm „Ice Age“, der die finanzielle „Eiszeit“ der Kreisstadt symbolisierte. Die Trickfiguren haben ihre närrische Pflicht erfüllt und wandern demnächst ins Kinderdorf Bethanien nach Refrath.

Jetzt laufen die Bauarbeiten für den kommenden Zug auf Hochtouren. Für dieses Jahr haben sich die Schluppühler ein zauberhaftes Motto ausgedacht, in dem Harry Potter und „Bob der Baumeister“ die Hauptrollen spielen. Jedes Jahr mit dabei: Gladbachs Bürgermeister. Momentan wirkt Lutz Urbach noch kopflos. Sein Torso wird überarbeitet und aufpoliert - um dann von den Narren kräftig durch den karnevalistischen Kakao gezogen zu werden. „Das ist ja der Sinn des Karnevals, dass man den Obrigkeiten durch die Blume die Meinung sagt“, erklärt Franz Miebach.

Der 55-Jährige ist sozusagen „geistiger Vater“ der Mottowagen. Die Bauvorlage entwirft er jedes Jahr penibel auf Papier. Die Ideen zum Motto entwickeln aber alle

Schluppühler gemeinsam. Sowieso ist alles Teamarbeit: Während die Männer hämmern, bohren und sägen, nähen die Frauen die Kostüme und der Nachwuchs kümmert sich um die Orden.

Susanne Neufeind pinselt gerade auf einer Miniaturausgabe des Brauhauses „Am Bock“ herum. Mit der Gnadenkirche, dem Rathaus und dem Kulturhaus Zanders wird die halbe Innenstadt im „Legoland“-Format vertreten sein. Währenddessen feilt Miebachs Tochter Caroline eifrig an ihrem selbstentworfenen Orden. Die 28-jährige ist schon seit ihrem sechsten Lebensjahr mit dem Karnevalsvirus infiziert.

Bei dem Vater kein Wunder: Franz Miebach ist einer der wenigen verbliebenen Gründungsmitgliedern. Die Schluppühler rekrutierten sich aus einer Messdienerrunde, die erstmals 1973 am Zug teilnahm. Drei Jahre später heimste die Truppe den ersten Preis ein. Seitdem sind die Schluppühle aus dem Gladbacher Straßenkarneval nicht mehr wegzudenken. Die Betonung liegt dabei auf Straße. „Wir machen keine Sitzung, konzentrieren uns ganz auf die Zugteilnahme und gehören keinem Verband an, weil wir uns keiner Ordnung unterordnen wollen“, erklärt Miebach.

Im letzten Jahr investierten die Ühler rund 1800 Stunden in ihr Prachtprodukt.

Dennoch wird wohl auch dieses Jahr wieder alles kurz vor knapp fertig sein. Meistens werkeln die Baumeister noch bis zum letzten Tag herum. Selbst die nächtliche Zusatzschicht reicht schon mal nicht aus. „Einmal waren wir sogar noch bei der Zugaufstellung mit den letzten Handgriffen beschäftigt“. verrät Schneider.

2010

14.02.10

Der jecken Flut getrotzt
Von Stephanie Peine, 14.02.10, 17:19h, aktualisiert 15.02.10, 11:20h


BERGISCH GLADBACH. Die Strunde kam am Sonntag zwar nicht aus ihrem Bett - dafür aber rechtzeitig Tausende Bergisch Gladbacher. Sie säumten singend und tanzend den Weg des Karnevalzuges durch die Innenstadt. Unter dem Motto „Kütt die Strung us ihrem Bett - se vill zo verzälle hätt“, zwängte sich der närrische Zug aus 111 Fuß- und Musikgruppen, Bagage-, Prunk- und Motivwagen am Narrenvolk vorbei. Die Fluten der Strunde, deren Lauf der Zug über lange Strecken folgte, ergossen sich in Form von Kamelle-, Schokoladen- und Blumenregen über die Zuschauer.
Die ließen sich von den eisigen Temperaturen nicht abschrecken, hatten sich aber mit Bedacht kostümiert. In kaum einem Karnevalsjahr waren Ganzkörper-Tierkostüme so en vogue. Ob als bunt-gescheckte Kuh, als Krokodil oder Osterhase, alles, was plüschig warm war, war angesagt und gegenüber leicht geschürzten Tanzmariechen in Netzstrümpfen klar im Vorteil. Dabei konnte man dem Frost auch anders Paroli bieten. „Wir tanzen uns warm“, verriet ein Schwarm junger Fliegen sein Rezept.
Wochenlang hatten die 2800 Zugteilnehmer an ihren fantasievollen Kostümen genäht, an den Wagenaufbauten gearbeitet und die Fahrzeuge zuletzt mit tonnenweise Wurfmaterial bestückt.
„Allein Prinz Alexander I. schmeißt einige tausend Sträußchen unters Volk, zudem jede Menge Plüschtiere, Pralinen und Schokolade“, sagte Zugleiter Helmut Kraus. „Für die einfache Kamelle bückt sich heute kaum noch jemand.“
Das Motto „Strunde“ bot den Narren viel Raum für flotte Sprüche und Kritik. So sahen die KG Torringer Igel die schönen Pläne in Gefahr und reimten: „Regionale 2010! Op Strunde, Strand, op Blumenmeer, ohne Geld geht gar nichts mehr“. De Schluppühle kritisierten: „Eiszeit im Rat, wat ne Dress, och die Strung bliev wo se ess“ und die Paffrather Pfarrjugend St. Clemens forderte: „Lasst statt der Strunde der Jugend ihren Lauf, und macht für uns den Geldsack wieder auf“. Das war offenbar nicht im Sinne der Paffrather Pappnasen, die klagten: „Wer nur in der Röhre steckt, der nix zo verzälle hätt.“
Was der vermeintliche „Horst Schlämmer“ von all diesen Planspielen um die Strunde hielt, der in diesem Jahr wohl Topmodel Heidi Klum im Zug vertreten wollte, war nicht zu erfahren. Der Mann hatte vermutlich Rücken.
Mit mehr Elan präsentierten sich Ihre Lieblichkeit Jungfrau Sandra, Deftigkeit Bauer Sven und seine Tollität Prinz Alexander I. am Höhepunkt ihrer Regentschaft. Sie ließen sich bejubeln und gaben dem Volk mit vollen Händen, was des Volkes ist.
Die letzten Wagen waren traditionell ganz in Orange gehalten: 30 Mitarbeiter der Straßenreinigung mussten am Zugweg rund 110 Kubikmeter Müll beseitigen. Auch eine Flut.

 


Die ausgezeichneten Zugteilnehmer


Bergisch Gladbach - Im Anschluss an den Bergisch Gladbacher Karnevalszug gab Martin Gerstlauer, Vorsitzender der Vereiniung zur Erhaltung und Pflege heimatlichen Brauchtums, die Entscheidungen der Jury bekannt.

 

Wagen
De Schluppühle (Platz 1 mit 59 Punkten),
KG Torringer Igel (Platz 2 mit 54 Punkten),
Kajuja (Platz 3 mit 45 Punkten

 

Fußgruppen
Zwei erste Plätze: die Hebborner Buure (Zwerge) und die Juxtruffeln (Blümelein) mit je 58 Punkten
Platz 2: De verkummene Jugend (Mühlen) mit 52 Punkten
Platz 3: die KG Alt Paffrath (Gänse) mit 51 Punkten
Lobend erwähnt wurden die Kajuja (Waschweiber) und die Eric Singers

 

Fußgruppen-Nachwuchs:
Platz 1 teilen sich: das Schulkinderhaus der GGS Hand
und die Meßdiener von St. Laurentius
Platz 2: die Fründe vom DBG
Platz 3: der Schwimmverein Bergisch Gladbach.
Der Zug hatte das Motto: "Kütt de Strund us ihrem Bett, se vill ze verzälle hät".(dfk)

15.02.10

Kamellen-Regen trotz Eiszeit
Von FRANKENS JIEßBÄÄT, 16.02.10, 07:06h

HERKEROD. In all dä Joor is der Zoch in Herkerod immer pünktlich gestartet: Elf Uhr elf, egal ob et stürmt oder schneit. Doch was Wetterunbill nicht vermag, das schaffen unbesonnene Zeitgenossen. Sie parkten die Lokomotive von Zugführer Rolf Eschbach dermaßen zu, dass der sich nicht an die Spitze des Narrenkonvois setzen konnte. Erst nachdem die Polizei per Lautsprecher die Kennzeichen der Autos verbreitete hatte, die an dieser
Blockade beteiligt waren, tauchte ein Fahrer auf, der den Weg räumte. Um elf vor zwölf konnte die Kamellenkarawane sich dann endlich in Bewegung setzen.
Ganz vorne dabei Bürgermeister Lutz Urbach im Blumenbeet der KiTa St. Antonius beim Verteilen milder Gaben an darbende Narren. Die „Lümmele un
Lümmelchen“, stilistisch bunt gemischt, hatten bereits das Frühjahr im Visier, genaugenommen das Osterfest, denn sie verteilten schon kräftig gefärbte Eier.
„Dem Himmel so nah“ fühlte sich die Katholische Junge Gemeinde in Fliegerkostüm, die Fluggeräte umgehängt. Die Suffgemeinschaft Straßen rollte im Hippie-Look als Blumenkinder mit Flower-Power an, die grünen Clowns der „Lückebüßer“ feierten 22 Jahre Zug-Teilnahme. Die Schluppühle führten wieder ihren genialen Motto-Wagen vor: Diesmal das Gladbacher Rathaus in die finanzielle Eiszeit, gestürzt mit Figuren aus dem Trickfilm Ice-Age. Der TV Herkenrath schickte seinen Blick voraus auf die WM 2010 („Der Punk geht ab!“) und entsandte seine Jecken mit Irokesenschnitt in Schwarz-Rot-Gold. Und auch die Herkeroder Jecke von 1995 mit ihrem zum Piratenschiff umgerüsteten Bensberger Schloss, die Ruude Husare, Schwarz-Weiß-Gold und die Fidelen Böschjunge schmissen wie jeck.

15.02.10
Kamelle vom Außerirdischen
Von Gisela Schwarz, 15.02.10, 15:47h

 

BERGISCH GLADBACH. Wo, bitte, ist der Zoch? Heftig schunkelten und sangen sich am Straßenrand die Herkenrather warm. „Die Lok vom Zugleiter ist zugeparkt“, informierte Franz-Josef Basener von DLRG, der bei der Organisation half. Ein Autofahrer hatte sein Gefährt einfach vor dem Ungetüm abgestellt. Das könnte teuer werden: Zäune mussten aufgeschnitten werden, damit die Lok starten konnte. Dann ging et aber loss: Allerliebste „bonte Blümchen üvverall“ mit kleinen und großen Gewächsen des Katholischen Kindergartens St. Antonius, mittendrin Bürgermeister Lutz Urbach - auch als zartes Blümchen. Das stand ganz im Kontrast zum Mottowagen von „De Schluppühle“, die das Konterfei vom BM hoffnungsfroh überlebensgroß in die „Eiszeit im Rat“ rund um die „Strunder Eisquelle“ gesetzt hatte, mit den Jecken als lebendige Dinos. „Da haben wir mehr als 1830 Stunden dran gearbeitet“, informierte Schluppuhl Franz Miebach.
Als Lappeclown, Pirat und Bauarbeiter gingen die „Gläbbischer Lümmele und
Lümmelcher“ auf die Jeckenpiste. „Wir tragen all die 19 Kostüme, in denen wir in 22 Jahren als Gruppe unterwegs waren“, erklärt Dirk Schneider, ein
Außerirdischer mit einem Stern auf dem Kopf, und warf die leckeren Sachen in die bunt kostümierte Menge - darunter Markus Koch mit Doppelkopp, einem
„Bärbelchen“ auf dem Haupt, und einem echten „Bienchen“ namens Gabi im Arm.
Immer noch rieselte ein bisschen Schnee auf die Jecken herab, auch auf die
Tragflächen der selbst gebastelten Flugzeuge, die die Katholische Junge
Gemeinde tapfer über den Zochweg trug mit dem Motto „Dem Himmel so nah“.
Irgendwie wurden die Dinger anscheinend immer schwerer vom Schnee.
Zum Schluss zeigten die „Herkenroder Jecke von 1995“, wer den Herr im Hause ist: Im großen Festwagen in herrschaftlichen Klamotten vor der Bensberger Schlosskulisse. Hintenan standen schon die fleißigen Männer der Stadt in den Müllwagen und sammelten den Wohlstandsmüll von den Straßen, darunter viele Kamelle.

2009

23.02.09

Jecker Wochemaat em Rään
Von MÜLLERS KATRINCHEN, 23.02.09, 07:12h


BERGISCH GLADBACH. Alles war parat jemaat op dem Wochenmaat, nur Petrus hatte kein Einsehen. Es regnete und regnete und regnete - mal mehr, mal weniger. Dennoch standen die Jecken beim gestrigen Gladbacher Karnevalszug in Scharen am Straßenrand und schrien eifrig nach Kamelle und Strüßjer.

Getreu dem Motto „Dat hammer all parat op dem Wochemaat“ begann der Zug mit einer Gruppe Gemüse des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums, die KJG Hand bestand aus lauter Blumentöpfen, „De verkummene Jugend“ war mit früchtebeladenen Sombreros unterwegs und die Alt-Paffrather liefer als lila Trauben. Ein besonderer Augenschmaus für die bunt kostümierten Zuschauer waren die Schulkinder aus der Gemeinschaftsgrundschule Hand, bei denen „Bildung Früchte trug“: Sie waren Hefte, denen auf dem Kopf selbstgestaltete Früchte wuchsen. Ein ähnlich fantasievolles Kostüm bot die Kajuja, die unter eigenem Motto als Mäuse in Käsestückchen liefen: „Op dem Gläbbischer Markt ist alles frisch, un de Kajuja-Müüs danze op dem Desch“.Ebenfalls gut kam die Gruppe „Lerbacher Allerlei“ bei den Jecken an, denn sie besorgten Leckereien aus aller Welt mit ihren riesengroßen Einkaufszetteln und den je nach Land individuell gestalteten
Hüten. Immer wieder für staunende Kinderaugen sorgten die konfettikanonen, die mittlerweile mehrere Wagen zieren. Traditionell vertreten waren auch dieses Jahr wieder die Lappenclowns, unter
anderem bei den Löstigen Stänedräjern. Die Schildgener Clowns schleppten
einen Luftballonbogen hinter sich her. Unterhaltsam für alle waren die Hebborner Buure mit ihrem Motto „Op däm Maat stonn die Hebborner Buure, decke Eier, fuule Prumme, lange Muure“: Sie schoben dekorierte Marktkarren vor sich her und schmissen Möhren in die erstaunte Menge.
Wundern konnte man sich auch bei den „Roten Teufeln vum Kradepohl“, denn es kamen zum 100-jährigen Vereinsjubiläum immer mehr Rotgeschminkte vom SV 09 um die Ecke, womit sie die größte Fußgruppe darstellten.
Kurz vor Schluss waren dann die Mottowagen an der Reihe, die wie im vorigen Jahr nur von den Torringer Igeln und den Schluppühle gestellt wurden: Im „Schrankenwald“ der Torringer Igel hielten Angela Merkel, Wolfgang Bosbach, die Doof Noss und Franz Heinrich Krey „Klüngel und Schwad zweschen Rathus un Maat“, wohingegen sich die Schluppühle mehr auf Bürgermeister Klaus Orth unter dem Titel „ob Kreisel, Schafe, Parkplatz, Sau: Bauer sucht nicht nur ne Frau“ konzentrierten.
Auch die hiesigen Karnevalsgesellschaften ließen sich das Spektakel nicht
nehmen, waren in guter Laune dabei und schmissen viel: Neben den erwähnten waren die vier Bensberger KGs, die Narrenzunft und die Großen Gladbacher zahlreich vertreten. Deren „Chef“ Wolfgang Bosbach war mit Tochter Viktoria auf dem Wagen und schmiss gut gelaunt Pralinen, Schokoladen und Blumensträuße, während die Kamellenkanone knallte.
Zum krönenden Abschluss kam das Trifolium mit Jungfrau Ute und Bauer Freddy aus der KG Schlader Botze und Prinz Harald I. von der KG Närrische Sander, das alles ins jecke Volk warf, was es in die Finger bekam. Nach fast fünfstündigem Zug, der zum Schluss hin einige Lücken aufwies, konnten sich alle Beteiligten sicher sein, dass er ein Erfolg war, denn auch wenn die grauen Wolken nicht vertrieben werden konnten, so hat man sie wenigstens für einige Stunden aus den Gedanken der Jecken verdrängt.

 

Quelle: RUNDSCHAU-ONLINE, vom 23.02.2009

 

 

 

24.02.09

Heiratsantrag von der Zochführer-Lok
Von FRANKENS JEESBÄT, 24.02.09, 07:12h

HERKEROD - Nach drei „Karneval in Weiß“ musste Gladbach klimatisch
begünstigster Stadtteil - auch als „Andalusien Grönlands“ bekannt - beim
Rosenmontagszug auf die gewohnte Winterkulisse verzichten. Statt Pulverschnee stand diesmal Pulverregen auf der Wetterkarte. Herkenraths Jecke sind aber meteorologisch flexibel, tauschen Schlitten gegen Regenschirm und lassen den Zoch „Für uns Pänz“ zum 40-jährigen Jubiläum nicht im Rän stonn.
Die Narren bedankten sich auf ihre Art: Mit heftig prasselndem Kamellenregen durchsetzt mit Schokotäfelchen und Strüßjer. Und natürlich mit einer närrischen Modenschau vom Feinsten: Vorneweg auf dem Catwalk der Kostüme, direkt hinter der Lokomotive von Josef Orzel, boten die Herkeroder Mädche mit ihren Rokoko-Roben einen schwer zu übertrumpfende Einstieg. Der Kindergarten Sankt Antonius setzte dagegen auf Süß und rückte an wie der Streichelzoo aus den Familienferien auf dem Bauernhof: Die kleinen Schafe, Ferkel, Kühe und Hühner - auch mal ein kleiner Farmer dabei - standen für das Motto „Mier fiere hück wie vür 40 Johre, als mir noch all Buure wore“.
Dazu passte der Mottowagen der Schluppühle, der bereits am Tag vorher in Gladbach den 1. Preis der Wagenprämierung abgeräumt hatte: Unter dem Spruch „Bauer sucht nicht nur Frau“ stand Bürgermeister und Herkenrather Urgestein Klaus Orth als Drei-Meter-Pappfigur am Marktstand und verkaufte die halbe Stadt für Luftschlösser und Albträume, inklusive Schrankenkreisel am Driesch, den die Trickfilmautos aus „Cars“ als Renn-Rondell benutzten. Die Kicker von Herkenraths TV 09 fühlen sich nach 100 Jahren als Fußballkönige und waren jedenfalls entsprechend kostümiert, und die Katholische Junge Gemeinde gab ihre Spielleidenschaft für „Super-Mario“ preis.
Leidenschaft bekundete auch jener junge Jeck namens Christian, der auf Höhe Ball die Zugführer-Lok enterte und mit Riesenliebesbrief und Superstrüßje bewaffnet, seiner Liebsten am Wegesrand per Megafon einen Heiratsantrag machte. Mit dem Regen hatte es auch gerade sein Bewenden, ein Anflug von Sonne strich übers Dorf und Heike sagte Ja. Dat die Massen lans der Stroß ussem Hüsje wore, versteht sich von selbst.
Und dann gab es noch jede Menge holländische Meisjes (Lümmele),
Wochemaatsbuure (Verkummene Jugend) und Clowns (Lückebüsser), um noch ein paar zu nennen. Wer mehr wissen will, dem sei der Besuch des 41. Zoch „Für uns Pänz“ ans Hätz gelegt.

 

Quelle: RUNDSCHAU-ONLINE, vom 24.02.2009

 

 

 

2008

04.02.08
Natürlich ganz jeck
VON MICHAEL HEDRICH, 03.02.08, 19:58H

 

Bergisch Gladbach - Paradiesische Zustände herrschten auf den Straßen. Da tanzte der wilde Löwe mit dem niedlichen Häschen, eine muntere Bärenbande übte sich im Schunkeln, Bienen und Hühner sangen im Chor. Die Natur spielte verrückt. Die Sonne leuchtete nicht nur vom Himmel: Nachbildungen des Gestirns schmückten die Köpfe mancher Narren. „Jecke Tour durch Bösch un Flur“ lautete das Motto des Zugs, und die Bergisch Gladbacher machten sich fröhlich auf den Weg.
Exakt um 14.24 Uhr erreichte der Zug den Konrad-Adenauer-Platz - eine Stunde früher als in den Vorjahren. Wegen der Baustelle in der Innenstadt wurde die Route ausnahmsweise über die Gohrsmühle geführt. Doch wie immer waren es 111 Gruppen, die Zugleiter Helmut Kraus zusammengestellt hatte. Und wie immer gab es für die tausende Zuschauer nicht nur jede Menge Kamelle, sondern auch viel zu sehen. Zum Beispiel die Fußgruppe „Lerbacher Allerlei“, die kleine Plastik-Swimmingpools mit sich trugen. Auf ihrem Festwagen entfalteten sich vor dem Rathaus ein Transparent: „Klaus wir lieben Dich“. Die Sympathiekundgebung galt Bürgermeister Klaus Orth, der an diesem Tag 55 Jahre alt wurde und die wohl größte Geburtstagsparty seines Lebens feierte: Immer wieder sangen die vorbeiziehenden Jecken ihm „Happy birthday“ oder „Hoch soll er leben“ vor. Genauso alt (oder jung) wie der Bürgermeister ist die Bergisch Gladbacher Kajuja, die sich zum Jubiläum besonders einfallsreich zeigte. Die Mitglieder waren in Rot und Weiß unterwegs und verkündeten stolz: „He kumme de Kajuja-Jecke, met rude Hoot un weiße Flecke“. Auch den Festwagen schmückte ein großer Pilz, aus dem neugierig ein paar grüne Würmchen hervor lugten. In von Eselchen gezogenen Planwagen waren die Paffrather Pappnasen unterwegs, die „Gläbbiger Lümmele un Lümmelümche“ summten als Bienchen herum, während „De Nohberschaft“ als efeubekränzte Bäumchen verkleidet war. Das Naturschauspiel wurde nur kurz unterbrochen durch die „KG Rommerscheid und sing Fründe“, die
ihren Festwagen als Baustelle gestaltet hatte. Die „Löstige Schildgener Clowns“ ließen ihre Ballonkette über sich schweben, die Messdiener aus Gronau, Hebborn und Stadtmitte trugen dagegen Gießkannen auf dem Kopf. Rekordverdächtig die Leistung der Schlader Botze, die in dieser Session 50 Jahre alt werden: Sie waren gleich mit vier Festwagen am Start.

Sonnenblumen zogen vorbei: „De Verkummene Jugend“ in Grün und Gelb. Die „Hebborner Buure“ fragten: „Wer flüch üvver Bösch un Flur?“ und gaben die Antwort mit tollen Kostümen: Als bunte Drachen „flogen“ sie durch die Stadt, während die Jecken der KG Alt Paffrath als Schmetterlinge an den Jecken vorbei schwebten. Die zahlenmäßig größte Fußgruppe stellte das Marienkrankenhaus mit niedlichen blauen und roten Käfern. Märchenhaft kamen die „Juxtruffeln“ in glänzenden Kostümen einher. Politikerschelte gab's auch: „Ob Fassaden, Bäder, Heidebösch, nur sing Supp kütt ob de Desch“ verkündeten „De Schluppühle“ und meinten Bürgermeister Orth, der als Pappmacheé-Koch ein echtes Ratatouille fabrizierte. Ganz zum Schluss: ein froh gelauntes Dreigestirn. Jungfrau Angela blieb beim Kamellewerfen zwar mal kurz am Ast eines Baumes hängen (nur mit dem Arm), aber davon ließ sie sich genauso wenig erschrecken wie der gewohnt stoische Bauer Hans und Prinz Zdenko I., der in Geberlaune mit vollen Händen Kamelle auf die Jecken prasseln
ließ.

 

Quelle: RHEIN-BERG-ONLINE.DE, vom 04.02.2008

 

 

 

04.02.08
Wasserdichte Schneemänner. Plastikfolien gegen den Regen waren der Hit beim Herkenrather Zoch.
VON GISELA SCHWARZ, 04.02.08, 17:12H

 

Bergisch Gladbach-Herkenrath - Echte Jecke ließen sich durch Regen und
Sturm gestern Vormittag im Herkenrather Zoch nicht verdrießen: „Haha, ich hab komplett Plastikfolie unter dem Kostüm“, gab Christian Buchen von der KJG Affenstark über die Inneren seines Affenkostüms bekannt. Als Waldvolk unter Plastikfolie machte sich der Stammtisch Knüller auf den Zochweg über die windige Straße, die wirklich „Straßen“ heißt und auf der der Wind eisig pfiff. Die Jecken am Straßenrand machten sich warm nach dem Motto „Hüppe, singe, danze“ und sprangen wie Wiesel nach Kammelle und Strüßjer. Von dem schmucken Tanzcorps „Ruude Husare“ aus Bensberg war nicht viel zu sehen. Die leckeren Mädchen waren dick eingepackt in schwarze Anoraks. „Der Regen macht uns nix - wir haben noch Hitze“, machte Kyra Rathmann deutlich. Ja, und als dat Trömmelche loslegte, war ohnehin kein Halten mehr bei den Herkenrathern. Schunkeln war angesagt, als das Tambourcorps Herkenrath mit triefend nassen Trömmelchen, Trompeten und Flöten vorbeizog. „Die Instrumente sind nicht aus Pappe, die halten den Regen gut aus“, hoffte Micha Heidkamp.
Angst hatten die Bläser allein vor den Wurfgeschossen. „Meine Tuba hat deshalb'n Kamelle-Schutz“, erklärte der clownige Stefan Molitor von der Musikgemeinschaft Bechen das Käppchen vor dem Blasinstrument.
Die Sonne ging bei diesem Zoch nur mit der KG „Verkummene Jugend us
Hebborn“ auf. Riesige, knallgelbe Sonnenblumen aus Schaumstoff und knallgrüne Kostüme - das war herzerfrischend unter diesem dunkelgrauen Himmel.
Überhaupt lag schon irgendwie der Frühling in der Luft: „Die Lücke-Büßer“, seit 20 Jahren dabei im Zoch, warfen vor lauter Begeisterung über das Jubiläum frische lila Tulpen unters Volk und trugen als grüne Clowns Blümchen auf dem Kopp. Raderdoll tanzten die Mädchen von den „Gläbbicher Lümmele un Lümmelümche“ als leckere Bienchen umher und kredenzten ganze Bretter voller bunter Ostereier. Auf dem triefend nassen Narrenschiff der KG Schwarz-Weiß-Gold Herkenrath machten es sich die Jecken mit Kamelle werfen warm. Die gute Laune verderben durch so ein bisschen Regen? Fehlanzeige in Herkenrath.
Unter den vielen bunten Fußgruppen fiel sofort der Motivwagen der „Schluppühle“ auf: Bürgermeister Orth überlebensgroß inmitten einer Küche als Ratatouille-Koch nach dem Motto „..nur sing Supp kütt op den Desch.“ Kritik an der großen Politik übte der Kindergarten St. Antonius. Als wasserdichte Schneemänner machten die Großen und die ganz Kleinen mit, ließen sich nicht bang machen: „Kibiz määt uns nit nervös, mer kriege keine kalte Fööss.“ Am Zugende gab's dennoch kalte Nasen und kalte Füße.


Quelle: RHEIN-BERG-ONLINE.DE, vom 04.02.2008

 

 

 

2007

18.02.07

Klaus Orth als Gladbacher Maulwurf
VON VUM LARSEMANN, 18.02.07, 20:50h

GLÄBBISCH - Zugleiter Helmut Kraus führte 111 Gruppen an. Diese Schnapszahl entpuppte sich als gutes Omen, der diesjährige Karnevalszug begeisterte zahlreiche Jecken aus Rhein-Berg, die den Straßenrand in ein jeckes Lager verwandelten. Immer nach dem Motto: „Wat mir Jecke en der Welt entdecke!“
Als Graf von Berg läutete Markus Wißkirchen den närrischen Lindwurm ein. Ihm stand mit David Bosbach der „Lügschuster - Matthias von Hebborn“ zur Seite. In den Wilden Westen entführte die KJG Herz-Jesu-Schildgen die Narren.
Die KG „Echte Fründe us Refrath“ schlüpfte in die Rolle von Gnomen, wie sie nur aus Fabeln bekannt sind. Ähnlich sahen es auch die Zwerge der KG „Rommerscheid und sing Fründe“. Mit riesigen bunten Luftballons zogen die „Hebborner Buure“ die jüngeren Jecken auf ihre Seite.
Bei ihrer letzten Teilnahme erinnerten „Die früheren Neuholländer“ an die bekannte Frau Antje. Die „KAJUJA“ brachte es auf den Punkt: „Häs Du etste Kamell jeleck, hätt Dich die Bazill och anjesteck“. Die ersten Tollitäten, die das jecke Volk grüßten, war das Dreigestirn der „Gemeinnützigen Werkstätten Köln“. Dort regieren Prinz Marcel, Bauer Christian und Jungfrau Jenny.
Während die „Gläbbiger Lümmele un Lümmelümche“ Eier verteilten (und zum Glück nicht warfen), wählten die Pfarrjugend St. Clemens Paffrath und die KJG Hand das Thema als Verkleidung. Einen ganzen Bauernhof präsentierten die „Löstigen Landeier“.
Ohne die Hunnenhorde aus Hand würde dem „Zoch“ etwas fehlen. Wie immer sorgten sie für staunende Augen ob ihrer herrlichen Kostüme. Als Gäste hat sich die „Guggenmusik-Kapelle Mehrzweck-Blaari“ aus Waldstatt in der Schweiz ebenso etabliert.
Im Mantel- und Degen-Outfit kamen „The Birds“ daher, „De Nohberschaft“ versprühte Charme als Mariechen. Dem Karneval in Venedig haben sich die „Strundorfer Karnevalsfreunde“ und die „Jecken Teddys“ verschrieben.
Asiatisches Flair versprühten die Messdiener aus Gronau, Hebborn und der Stadtmitte. Ihr Motto: „Och in China es mer jeck, doch he kritt uns keener weg!“
Etwas internationaler sah es die KG „Blau-Rot Schildgen“, die ihren Stadtteil zum Mittelpunkt der Erde erklärten. Mit reichlich Fahnen geschmückt erinnerten die KG „Alt Paffrath“ und die „Heedkamper Mädche un Jonge“ an die Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land. Schließlich beherbergte die Kreisstadt mit Brasilien und Südkorea als einzige Kommune zwei Teams. 2006 war auch für die „Eric-Singers“ ausschlaggebend, sie gratulierten noch einmal zum 150-jährigen Stadtjubiläum.
Ein bekanntes Gesicht grinste den Maulwurf aus der Sendung mit der Maus an: Bürgermeister Klaus Orth bestimmte das Bild bei „De Schluppühle“. Dazu die passende Frage: „Wer hät denn schon entdeckt, dat in Gläbbisch der Maulwurf steckt?“
Das Kinderdreigestirn aus „Bänsbisch“ zeigte den Großen, wie man die Jecken richtig anheizt. Prinz Frederick, Bauer Niklas und Jungfrau Joney sah man den Spaß deutlich an. Prinz Martin II. war es - wie es sich gehört - vorbehalten, nach Bauer Woldi und Jungfrau Margit als Letzter im Jubel der Narren zu baden.

 

Quelle: RHEIN-BERG-ONLINE.DE, vom 18.02.2007

 

 

 

18.02.07

Jecke Hühner im Kamelleregen
VON MICHAEL HEDRICH, 18.02.07, 18:29H
 
Bergisch Gladbach - „Wat mir Jecke in der Welt entdecke“ hieß das Motto - 111 Wagen und Fußgruppen entführten zigtausende von Zuschauern am Straßenrand für rund zwei Stunden auf eine Reise rund um den Globus. Dabei hatten schon vor Eintreffen des Zuges auf dem Konrad-Adenauer-Platz die Labbese mit ihrem Hit „Die Welt, das ist ein Irrenhaus“ die Verhältnisse klargestellt. Zusammen mit den „Flöckchen“ hatten sie die Jecken in Stimmung gebracht, bevor um 14.20 Uhr die „Zugspitze“ mit „Lügschuster“ David Bosbach, dem Fanfarenzug St. Cecilia aus Aarsele in Belgien und der Lok von Zugleiter Helmut Kraus auf dem Platz auftauchte.
Danach ging's richtig rund. Dabei wurde schnell klar, dass der Gläbbischer Fastelovend eine Zukunft hat. Gerade die jungen Gruppen bewiesen Fantasie und Kreativität: Eine „Arche Noah“ mit Tigern, Ratten, Hühner und Krokodilen schickte die Kirche vom Heilbrunnen ins närrische Rennen, die Mitglieder der KJG Hand waren als Hühner und Eier verkleidet, auch die Pfarrjugend von St. Clemens kam als buntes Federvieh und die Messdiener aus Gronau, Hebborn und Stadtmitte, angeführt von Pastor Norbert Hörter, gaben sich als gelb glänzende Chinesen. Bei der „KG Echte Fründe us Refrath“ hatten sich Fabelwesen aus dem Wald eingestellt, ganz und gar außerirdisch präsentierte sich „De Verkummene Jugend“ unter dem Motto „Von fernen Planetenwelten kommen wir her, fiere mit üch Fasteleer“.
Ein beeindruckendes Bild boten die „Hebborner Buure“, die als Ballonfahrer mit bunten Heißluftballons unterwegs waren und dazu noch eine Showeinlage beim „Synchronwerfen“ mit Kamelle boten. Die Welt auf dem Kopf trugen die Jecken der KG Blau-Rot Schildgen und die Paffrather Pappnasen kamen als Clowns aus der Reisetasche.
Auf einer Tenne mit viel Stroh präsentierten sich die „Löstige Landeier“ als Gemüse, bei den „KG Torringer Igel“ fuhren Wolfgang Bosbach und „Doof Noss“ Hans Hachenberg als Pappmaschee-Kameraden mit.

De Schluppühle“ hatten aus der Sendung mit der Maus den Maulwurf mitgebracht. Der hätte ihrer Meinung nach in „Bergisch Buddelbach“ ein weites Betätigungsfeld. Gefährlicher kam die „KAJUJA“ daher. Ihr Motto: „Mir all sin Bazille, jäjen uns jit et kein Pille“. Die „Gläbbiger Lümmele un Lümmelümche“ versteckten ihre Kritik an fehlenden Örtchen unter dem Motto: „Ärm dran bist du als Blumenhippie, musst du in Gläbbisch einmal Pippi“.
Noch bevor Seine Tollität Prinz Martin II, Bauer Woldi und Jungfrau Margit die Jecken zum Jubeln brachten, sorgten noch die „Schlader Botze“ mit gleich drei Festwagen für einen Kamelleregen. Auf dem Gesellschaftswagen der KG Große Gladbacher stand diesmal nicht Präsident Wolfgang Bosbach im Mittelpunkt: „Brauchtumsvater“ Franz Heinrich Krey wurde am Karnevalssonntag 77 Jahre alt.

 

Quelle: RHEIN-BERG-ONLINE.DE - vom 18.02.2007

 

 

 

20.02.07

Akzeptanz für alle Existenzen
VON GISELA SCHWARZ, 20.02.07, 12:16H

Bergisch Gladbach-Herkenrath - Kräftig heizte das Tambour-Corps Schwarz-Weiß Herkenrath den fröstelnden Jecken ein mit leckeren Tanzmädchen, heftiger Blasmusik und mächtigen Paukenschlägen - das war das Startzeichen für den Zoch in Herkenrath. Extra zum Fastelovend kamen die Marsmännchen und -frauchen vom anderen Planeten ins Bergische, ein gelungener Auftritt der Fußgruppe „De verkummene Jugend“. Mittenmang dabei war ein Fußtrupp vom DLRG, um Leute aus den überschwappenden Wellen der Fröhlichkeit zu retten - die Schnapsleichen und die Gruppen mit den Blasen an den Füßen.
Ein schwarzer Mops wurde gesichtet, ganz jeckig und von Natur mit Dötschnas', aber mit schwarz-weißer Pudelmütze zwischen den Ohren. Und wer war der Herr im schwarzen Anzug mit einer Mappe fürs Läpptöppchen unterm Arm? War der jeck oder echt? In Herkenrath war die Akzeptanz für alle Existenzen groß. Hauptsache, die Kamelle, Schwämmchen, Strüssjer und Popcorn-Beutel wurden in Mengen unter die Leute geschmissen. Unermüdlich und mit viel Charme machten das die katholischen Jugendlichen von der Jungen Gemeinde Herkenrath, die immer noch im Rausch des Weltjugendtages mit dem Heiligen Mann aus Rom standen: Als bunte Papageien bekannten sie: „Wir sind Papagei(l) als Papagei“. So was. Sehnsucht nach Schnee und echtem Winter vermittelten der Herkenrather Turnverein mit der Turn- und Spielabteilung als dicke Schneemänner. Auf Schnee jedoch wollten die Jungs vom Jugendfußball gern verzichten. Sie forderten in grünen Matten aus vollem Herzen einen Rasenplatz.
Unter die Herkenrather Jecken mischten sich „De Schluppühle“ mit ihrem riesigen Motivwagen von „Bergisch Buddelbach“, mit Maulwurf und der Dauerbaustelle. Da konnten die Gläbbischer noch mal richtig auffahren. Fantasievoll hatten sich die Jecken kostümiert, vor allem die Kleinen als Frösche, Marienkäfer, Krokodile und Prinzesschen. Ein Jeck trug eine riesige gelborangene Schaumstoffsonne auf dem Kopf - da ging echt die Sonne auf unter dem trüben Himmel.

 

Quelle: RHEIN-BERG-ONLINE, vom 20.02.2007

 

 

 

2006

26.02.06

Tierisch jeck zum Jubiläum
VON MICHAEL HEDRICH, 26.02.06, 20:42H

Bergisch Gladbach - Da hielt es den Bürgermeister nicht mehr auf seinem Platz: Als er sein Pappmaschee-Konterfei auf dem Mottowagen der „Schluppühle“ erblickte, stürmte er kurzerhand das Gefährt und feierte dort eine Bütz-Orgie mit den weiblichen Jecken. „Der Markt muss gehen, der Ort(h) will Fußball sehen“ war am Wagen zu lesen: Der Ausblick auf die bevorstehende Weltmeisterschaft und die Erinnerung an die Stadtgeschichte waren beherrschende Themen des rund fünf Kilometer langen Zugs, der sich von 13.11 bis gegen 17 Uhr vorbei an tausenden von Zuschauern durch die Straßen zog.
„Am Strunder Bach fing alles an, de Möhl und Enten erinnern noch dran“, meinten die Mitglieder der Kajuja. Als allerliebste gelbe Entchen verkleidet warfen sie fleißig süßes Futter unter die Menge. An die Ursprünge der Stadt erinnerte auch die KG Alt-Paffrath: Die Jecken gingen als Paffrather Mühlen, die Mühlräder auf dem Kopf. Hoch von ihrem Wagen jubelte Ehrenbürger Hans Hachenberg, die „Doof Noss“, den Zuschauern zu.
Überhaupt hatte es das nasse Element den Jecken angetan: Tiefblau in glänzend wallende Gewänder gehüllt, strömten die Jecken von der Belkaw als Wasserstrahlen im Zoch mit. Die „Jecke Tön“ erinnerten mit aufgenähten Entchen und silbernen Fischen unter dem Motto „Wat wor dat schön vor 150 Johre, als mir im Strunger Baach noch schwemme wore“ gruppenweise planschend an frühere Zeiten. Mühlräder trug auch die KG Torringer Igel mit sich herum, die „Frösch vom Kradepohl“ hatten ohnehin das Lob des Feuchtgebiets - ihrer Hofburg - im Programm.
Lange bevor Zugleiter Helmut Kraus im ersten Wagen am Rathaus am Rathaus angelangt war, wurde hier schon gefeiert und geschunkelt. Nicht nur, weil sie „der Export-Schlager der Stadt“ seien, sondern auch weil sie so viel für Menschen hier getan haben“, verlieh Bürgermeister Orth silberne Ehrennadeln an die Mitglieder der „Labbese“. Die bedankten sich gleich mit ihrem Hit „Du kannst nit immer Jungfrau sin“. Zuvor hatten schon die „Flöckchen“ für Stimmung gesorgt - während vom Himmel weit zierlichere weiße Flöckchen wirbelten.
Tierisch ab ging's dann im Zoch: Kühe (KG Blau-Rot Schildgen), Paradiesvögel (Heedkamper Mädche un Jonge) und flauschige „Jecke Teddys“ mit rosa Schleifchen und Tutus waren unterwegs. Mit tollen Kostümen beeindruckten die „Eric-Singers“ - als kleine und große Litfaßsäulen verkleidet - oder die „Juxtruffeln“, die gleich zwei Schlösser (Bensberg und Lerbach) auf den Köpfen mit sich herum trugen. Während die „Verkummene Jugend“ behauptete, „Feuer und Flamme für uns Stadt“ zu sein, gab's von den Hebborner Buure eher kritische jecke Tön'. Als Bauarbeiter samt Schildern unterwegs fragten sie: „Straße auf, Straße zu - wann haben wir in Hebborn endlich Ruh'?“
Lässig warf Wolfgang Bosbach Pralinen-Schachteln in rauen Mengen über die Schulter. Der Politiker kam im Wagen der Großen Gladbacher nur kurze Zeit vor dem traditionellen Höhepunkt des Zuges in die Innenstadt: Bauer Martin, Jungfrau Beate und Prinz Udo I. brachten die Jecken noch einmal richtig in Schwung. Viel zu früh, nach rund zweieinhalb Stunden, war für die Jecken am Konrad-Adenauer-Platz der bunte Spaß zu Ende.

 

Quelle: RHEIN-BERG-ONLINE, vom 26.02.2006

 

 

 

27.02.06   
Jecker Ausflug in die Stadtgeschichte
VON MÜLLERS KATHRINCHEN, 27.02.06, 07:13h

 

GLÄBBISCH - Die Schneeflöckchen tanzten um die Wette, und eisig kalt war's auch. Störte das die Jecken? Nein! Sie feierten ihren Gläbbischer Zoch. Dick eingemummelt in ihre Kostüme wollten alle nur das eine: Kamelle zebasch, Pralinen und Strüßcher.
Längs des vier Kilometer langen Zugweg von der Richard-Zanders-Straße bis zum Konrad-Adenauer-Platz herrschte Ausnahmezustand: Schunkelstimmung in der City. Unter dem Motto „150 Johre Stadt, do bes de platt“ fuhren und liefen 111 Gruppen die dreistündige Strecke ab, angefangen mit dem Musikzug Chruttbuuchguggämusik Sargans aus der Schweiz bis zum absoluten Höhepunkt, dem Prinzenwagen von Udo I. (Güldenberg).
Die Jecken am Straßenrand konnten sich immer wieder an sehr einfallsreichen Kostümen erfreuen, wie bei den Quietscheentchen der KaJuJa, den Litfaßsäulen der Eric Singers, den Wasserrädern der „Paffrather Pappnasen“ oder den Flammen der „verkummene Jugend“. Kaum erkennen konnte man die „Jecke Teddys“, da die Gesichter durch ihre Bärenkostüme und die braune Schminke verdeckt wurden.
Auch die „Juxtruffeln“ boten ein schönes Bild, da sie unter dem Motto „Wie unsre Stadt zwei Schlösser hat, han mir uns fing parat gemaht“ grandiose Hüte trugen, die wahlweise das Bensberger Grandhotel oder das Lerbacher Schlösschen zeigten. Besonders aufwendig war auch das Kostüm der Fußgruppe der KG Alt-Paffrath, die Wassermühlen auf dem Kopf trugen. Weitere einfallsreiche Ideen hatten unter anderem die „Hebborner Buure“, die auf Kommando mit ihren Schüppchen Kamelle in die Lüfte schmissen und so ein tolles Bild abgaben.
Gut kam bei den Zuschauern auch die „Konfetti-Garde“ an, die per Kanone Konfetti abfeuerte und so den zeitweise tristen Himmel bunt malte. Den wahrscheinlich aufwendigsten und auch schönsten Wagen konnten dieses Jahr „de Schluppühle“ aufbieten, die unter dem Motto „Der Markt muss gehen, der Ort(h) will Fußball sehen“ Bürgermeister Klaus Orth mit kickenden Tieren darstellte. Auch die Torringer Igel konnten mit ihrer Version der aktuellen Ereignisse (Südkurve) Beifall der Jecken ernten. Diese zeigten sich trotz des ständig wechselnden Wetters in guter Feierlaune, auch wenn der Alkoholkonsum von einigen Unverbesserlichen übertrieben wurde.
Die großen Karnevalsgesellschaften aus Bergisch Gladbach und Umgebung ließen sich dieses Ereignis ebenfalls nicht entgehen und schmissen ordentlich Kamelle und Strüßjer. Auch Bundestagsmitglied Wolfgang Bosbach, Präsident der Großen Gladbacher, nahm am Zug mit seiner Tochter Nathalie teil und verwöhnte die Jecken mit Pralinen. Kurz vor Schluss dann das Aufgebot der Prinzengarde: zwei Pferdewagen, eine Brücke und ein Feldherrenhügel. Zu guter Letzt dann Seine Tollität Prinz Udo I., der während des kompletten Zochs sang und mit vollen Händen alles von sich schmiss, was er in die Finger bekam.

 

Quelle: RUNDSCHAU-ONLINE.DE, vom 27.02.2006


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